Samland Baltikum Reisen

Vilnius - Riga - Tallinn

Vilnius
Vilnius ist zurzeit eine der meist besuchten Städte Osteuropas. Sie verdient solche Aufmerksamkeit nicht nur wegen ihrer architektonischen Eigenart, sondern auch wegen der Kulturveranstaltungen und Unterhaltung. Hier finden verschiedene geschäftliche, politische und kulturelle Treffen statt. Die litauische Hauptstadt wird aktiv auf den internationalen Tourismusmessen vorgestellt, es findet Zusammenarbeit mit vielen europäischen Hauptstädten statt. Im Jahre 2009 wird Vilnius, als erste Stadt der neuen EU-Mitgliedsstaaten, zur Europäischen Kulturhauptstadt. Vilnius teilt diese Ehre mit der österreichischen Stadt Linz.

Vilnius

Vilnius ist die wichtigste Stadt Litauens. Vilnius, die Hauptstadt der Republik Litauen, ist das Verwaltungs-, Kultur-, Politik- und Geschäftszentrum des Landes. Hier arbeitet der Staatspräsident, der Seimas (das Parlament), die Regierung, das Oberste Gericht, hier sind diplomatische Vertretungen, Bildungs-, Kultur-, Wissenschafts- und Heilinstitutionen sowie Banken niedergelassen.

Vilnius ist auch die größte Stadt des Landes. Hier wohnt etwa ein Siebtel der Bevölkerung Litauens. Nach Angaben des Jahres 2006 hat Vilnius ca. 553.553 Einwohner, dies sind etwa 17% der Bevölkerung des Landes. 57,8% davon sind Litauer, 18,7% Polen, 14% Russen, 4% Weißrussen, 0,5% Juden. Die restlichen 5% bestehen aus Vertretern unterschiedlicher Nationalitäten.

Die Fläche der Stadt beträgt ca. 400 Quadratkilometer. 20,2% der Fläche sind bebaut, und den restlichen Teil nehmen Grünanlagen (43,9%) und Gewässer (2,1%) ein. Das historische Zentrum von Vilnius – die Altstadt – ist eines der größten in Osteuropa (360 ha). Dank seiner Einmaligkeit wurde es im Jahre 1994 auf die UNESCO-Liste der wichtigsten Kulturschutzobjekte der Welt eingetragen. Die Altstadt befindet sich im malerischen Tal der Flüsse Vilnia und Neris, an einem Scheideweg von Handelswegen, an einer Furt, die im Altertum von den Burgen von Vilnius bewacht wurde.

Die Stadt war schon immer gastfreundlich, offen und tolerant. Während der Gründung der Stadt, sind hier drei Religionsrichtungen verschmolzen: das Heidentum, das westliche und das östliche Christentum. Der Großfürst Litauens Gediminas hat dies schon im 14. Jahrhundert erkannt. Der Herrscher des letzten heidnischen Staates Europas schrieb in seinen Briefen an andere europäischen Länder, dass alle in Vilnius einen Gott verehren, jedoch jeder nach seinen eigenen Sitten; dass in der Stadt schon sowohl katholische als auch orthodoxe Kirchen stehen. Später ließen sich in Vilnius Muslime, Tataren, Karäer sowie Juden nieder und bauten hier ihre Gebetshäuser.

Die multinationale, multireligiöse und multikulturelle Stadt zog schon immer Stadtgäste an und bezauberte mit der Vielfalt ihrer Architektur. Die Burgruinen, ein Netz von schmalen Gassen, Kirchen aus roten Ziegeln mit Spitztürmen, die Keller der Wohnhäuser... Dies alles zeugt davon, dass Vilnius eine Gotik-Stadt ist. Die Gotik verflechtet sich jedoch schon im 16. Jahrhundert mit der Renaissance, und im 17.-18. Jahrhundert entstehen schon barocke Bauten.

Unabhängig davon, wer Sie sind – ein Geschäftsmann, der nach Vilnius kommt, um hier einen Vertrag zu unterzeichnen, ein Tourist, der hier Urlaub macht, oder ein erfahrener Wanderer, der nach neuen Eindrücken sucht, – schon nach wenigen Tagen Aufenthalt in Vilnius werden Sie sich in diese Stadt verlieben. Ein längerer Aufenthalt in Vilnius lohnt sich. Wenn Sie aber nur für ein Wochenende angereist sind, wird es auch nicht an grellen Eindrücken fehlen. Verehrer des Theaters oder der Oper, Liebhaber von wilden Partys oder Straßenkarnevals, Interessenten der Architektur oder die, die sich lieber in der Natur aufhalten, – jeder wird in dieser Stadt das finden, was sein Herz begehrt.

Riga

 

Riga, am Fluß Daugava gelegen, hat eine einzigartige Architekturwelt, die Einblick in die Entwicklung von den Jahren 1200 bis heute gibt: Ruhmreiche Kirchen, enge Gassen, monumentale Gebäude und insbesondere die Jugendstilhäuser faszinieren den Besucher. Ende des 18. Jahrhunderts war Riga einer der größten Hafenstädte der Ostsee. Als Hansestadt war sie das Zentrum der Hanse als Tor zum Osten. Heute ist Riga pulsierende Großstadt mit hochklassigen lettischen und internationalen Kulturveranstaltungen wie etwa dem Opernball.

Tallinn
Die Hauptstadt von Estland - Tallinn - gehört zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Städteensembles in Nordeuropa. Dies wissen auch Baltikumtouristen zu schätzen, für die der Aufenthalt in Tallinn häufig zum Höhepunkt ihrer Baltikumrundreise wird. Im Sommer kann es mitunter schwierig werden in Tallinn ein Hotel zu finden, obwohl Tallinn über unzählige Hotels verfügt. Das Wetter in Nordosteuropa macht Tallinn eher zu einem Sommerziel. Aber auch im September lassen sich die interessanten Sehenswürdigkeiten noch gut erobern, kann man sich doch in einem der netten Cafes (estn. kohvik), die häufig in mittelalterlichen Kellern untergebracht sind, echt mittelal- terlichem Feeling hingeben.

Tallinn im Winter 

Doch auch im Winter ist Tallinn immer eine Reise wert. Die Gegend ist von November bis Februar meist schneesicher, was der mittelalterlichen Altstadt eine ganz besondere Atmosphäre verleiht. Die Altstadt ist nachts fast vollständig in oranges Licht getaucht, welches sich im Winter besonders eindrucks- voll im tiefen Schnee wiederspiegelt. Die vielen mittelalter- lichen Keller-Kneipen und -Cafes laden im Winter besonders mit ihrer Gemütlichkeit zum Verweilen ein. Wer einmal stimmungsvoll die langen Nächte des Nordens erleben möchte, ist in Tallinn genau richtig.
Tallinn wurde bereits Mitte des 12. Jahrhunderts erstmals erwähnt, 1219 landete Dänenkönig Waldemar mit einer riesigen Flotte vor der Bucht und eroberte die auf dem späteren Domberg liegende Estenburg Lyndanise. Im Schutze der dänischen Burg siedelten sich bald gotländische und deutsche Kaufleute und Handwerker an. Im 14. Jahrhundert verkauften die Dänen ihre estländischen Besitzungen an den Deutschen Orden (später an den Livländischen Orden, der bis 1561 bestand und offizieller Stadtherr war). Danach kamen die Schweden und 1710 im Großen Nordischen Krieg huldigte die Stadt Peter I., der sie für Russland in Besitz nahm. 1918 wurde Tallinn zur Hauptstadt des erstmals in der Geschichte entstandenen Staates Estland.

Alexander-Newski-Kathedrale
Die wechselnden Mächte haben über Jahrhunderte ihre architektonischen Spuren hinterlassen. Machtzentrum der Stadtherren war der hoch über der Stadt auf einem Kalksteinfelsen liegende Domberg. Reste der Ordensburg sind hier noch zu sehen, ebenso der einstige Gouverneurspalast, der im 18. Jahrhundert, der alten Burg vorgesetzt wurde und heute das estnische Parlament (Riigikogu) beherbergt. Hoch auf dem Domberg steht auch die prächtige russisch-orthodoxe Alexander-Newski- Kathedrale mit ihren fünf Kuppeln - Machtdemonstration der Zarenzeit (1900). Außerdem findet man auf dem Domberg viele ehem. Adelspalais (heute meist Botschaften) und natürlich den Dom, der seine Ursprünge im 13. Jahrhundert hat und v.a. durch seine mehr als einhundert hölzernen Wappenepitaphe deutschbaltischer Adelsgeschlechter besticht. Aussichtsplattformen bieten einen herrlichen Blick auf den boomenden Passagierhafen von Tallinn und die Unterstadt, die den Bürgern vorbehalten war.

Dicke Margarethe
Die Unterstadt war die eigentliche Hansestadt Reval (alter Name für Tallinn). Sie spielte im Mittelalter eine wichtige Rolle im Fernhandel über die Ostsee von Westeuropa ins russische Nowgorod. Die Entwicklung von Tallinn hat deshalb eng mit der Entwicklung seines Hafens zu tun. Die mächtige Strandpforte mit dem Kanonenturm (16. Jh.) - die Dicke Margarethe genannt - führte direkt vom Hafen in die Stadt hinein, vorüber an der gotischen St. Olafskirche, die einst mit fast 160m den höchsten Kirchturm Nordeuropas bildete, und den Gildenhäusern. Die Langstraße (Pikk) mündet schließlich auf den Rathausplatz, mit dem gotisch erhaltenen Rathaus aus dem 15. Jahrhundert. Unweit liegen Heiliggeistkirche und Nikolaikirche mit selten gesehenen mittelalterlichen Kunstschätzen aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Unzählige gotische Kaufmannshäuser, Stadtmauern mit Wehrtürmen und Toren (über die Hälfte sind in Tallinn erhalten!), Warenspeicher usw. machen Tallinn zu einem Muss für Mittelalter-Fans!

Schloss Kadriorg
Außerhalb der Stadt nahe dem Ostseestrand lädt das von Zar Peter dem Großen im 18. Jahrhundert errichtete Barockschloss Kadriorg mit seinen Parkanlagen zum Verweilen ein. Im Stadtteil Pirita sollte man unbedingt die riesige Ruine der Klosterkirche St. Brigitten gesehen haben. Am anderen Ende der Stadt liegt ganz im maritimen Flair an einer Ostseebucht das estnische Freilichtmuseum Rocca al Mare, wo man Bauernhäuser und Landarchitektur aus allen Teilen Estlands besichtigen und sich schließlich im rustikalen Dorfkrug erfrischen kann